Qualitätssicherung

QuStandardisierte Interventionsplanung - SIP

Betreuungsplanung als sinnvolle Ergänzung der Hilfeplanung

Die Neufassung des Rahmenvertrages nach § 78f. Sozialgesetzbuch Achtes Buch - Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII) umfasst im Rahmen von Leistungs-, Entgelt- und insbesondere der Qualitätsentwicklungsvereinbarungen eingangsqualitativ eine „geregelte und strukturierte Betreuungsplanung" unter der Voraussetzung, dass „konkrete Praxisziele“ zu benennen sind. Darüber hinaus wird prozessqualitativ auf eine „angemessene Adressatenbeteiligung und verbindliche Betreuungsplanung“ fokussiert, um dann ergebnisqualitativ mit der Forderung nach „Übersichtlichkeit in der Dokumentation“ abzuschließen. Somit geht es nicht nur darum, eine gesetzliche Vorgabe wie oben definiert zu erfüllen, sondern zielführend auch den pädagogischen Alltag in den stationären Hilfen zur Erziehung (HzE) zu organisieren, so dass alle Beteiligten (Kinder und Jugendliche, Eltern, Behörden und Betreuer und Betreuerinnen) einen tatsächlichen Nutzen aus der Betreuungsplanung ziehen können.  Nach über 30 Jahren Erfahrung in den HzE und der Auswertung von umfangreichen Fallbesprechungen sind die Ergebnisse unter dem Begriff „Standardisierte Interventionsplanung“ (SIP) als wirkungsvolles Instrumentarium einer sinnvollen Betreuungsplanung zusammengefasst und als Arbeitshilfe publiziert worden.

 

Der Auftrag im Bereich der Hilfen zur Erziehung ist es, die Jugendlichen und Familien zur sozialen Teilhabe zu befähigen. Dazu offerieren die Hilfen zur Erziehung vielfältige Angebote,

denn die Jugendlichen und Familien schaffen das oft nicht allein. Das kann an der akuten Krise liegen, aber auch an zurückliegenden Erlebnissen, die sich lähmend und blockierend

über den Menschen legen und ihn behindern.

Der Auftrag an die professionellen Helfer ist es, mit den Jugendlichen und Familien Schritt für Schritt dieses Interesse an Veränderung und Weiterentwicklung zu erlernen und/oder wiederzuentdecken. Das bedarf zum einen eines professionellen Instrumentariums, zum anderen und vor allem aber einer positiven und optimistischen Haltung zu den Jugendlichen, zu den Familien und zu sich selbst und - ganz ausdrücklich - des Bekenntnisses zu Transparenz

und Partizipation.

In der unserer Arbeitshilfe zur Betreuungsplanung bieten wir in Form der "Standardisierten Interventionsplanung " (SIP) ein professionelles Instrumentarium zur aktiven Strukturierung von Veränderungsprozessen in der Erziehungsplanung durch den Betreuer oder die Betreuerin.

Die SIP ist mittlerweile erprobt worden. Die sich wiederholenden Rückmeldungen von Betreuern und Jugendlichen zum Erleben von „Stimmigkeit“ der Ergebnisse wie auch ihre Anwendbarkeit, Wirkung und Nachhaltigkeit bestätigten uns darin, die Betreuungsplanung im Sinne von SIP stetig weiter fortzuführen. Wir hoffen, mit dieser Arbeitshilfe zur Betreuungsplanung einen Beitrag leisten zu können, dass pädagogische Interventionen weiterhin nicht nur reaktiv aus einem konkreten Krisenfall entwickelt werden, sondern aktiv, besonnen und eingebunden in den Betreuungsalltag.

 

Mitunter erscheint die Anwendung der Standardisierten Interventionsplanung dem einen oder anderen Betreuer zunächst aufwendig und zeitintensiv. Für jene, die sie dann in die Tat umsetzen, erweist sie sich aber stets als gewinnbringend. Ein Gewinn ist die SIP aber vor allem für die beteiligten Kinder, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Familien, erhalten sie doch die Aufmerksamkeit, Klarheit und wahrhaftige Beteiligung, die sie verdienen.  Schließlich geht es darum, dem Wunsch der Jugendlichen gerecht zu werden, den uns gegenüber auch Marie, einst selbst in einer Jugendwohngruppe aufgewachsen und nun als pädagogische Fachkraft tätig, treffend formulierte: „Ich will im Leben stehen, und zwar gut!“

 

Dr. Rolf Kötterheinrich

 

Rolf Kötterheinrich / Susanne Ketelhut: Standardisierte Interventionsplanung, Arbeitshilfe für pädagogische Interventionen in den Hilfen zur Erziehung, profero Verlag, ISBN 978-3-9812330-1-8, auch zu beziehen über die IFI gGmbH

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