Sexualpädagogik

Umgang mit GewaltSexualpädagogisches Konzept der
IFI gGmbH

Ein sexualpädagogisches Konzept  ist in einer modernen Jugendhilfeeinrichtung mittlerweile unverzichtbar. Insofern bietet sich an, die konzeptionellen Grundlagen in den jeweiligen Leistungsangeboten zu verankern und darüber hinaus die weitergehende Konzeptionierung festzulegen und zu beschreiben, so dass alle Mitarbeiter Zugriff darauf haben. Im Folgenden nun ein paar Grundzüge aus dem in der IFI gGmbH verankerten sexualpädagogischem Konzept.

Ziel einer sexualpädagogischen Arbeit in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen ist die Ermöglichung einer selbstbestimmten, lustvollen und befriedigenden Sexualität und ein bewusster Umgang mit Körperlichkeit und Gesundheit. Aufgrund der biografischen Belastungen ist eine flexible Zielsetzung allerdings von hoher Bedeutung.

Sexualpädagogische Themen und Interventionen werden systematisch in die Hilfeplanung wie auch Betreuungsplanung (> SIP) übernommen und bilden auch einen festen Bestandteil in Alltagserörterungen, Fallbesprechungen, Mitarbeiterbesprechungen und Supervision.

Im Bereich der medienpädagogischen Verknüpfung und Aufklärung werden insbesondere die Themen von Pornographie und der virtuellen sexuellen Ausbeutung verdeutlicht.

 

Allgemein bedarf es einer stärkeren Beachtung und Beobachtung der Internetpräsenz für Kinder Jugendliche. Knapp drei Stunden sind Kinder und Jugendliche unter der Woche täglich online (ard-zdf-onlinestudie.de). Weitere Studien berichten mittlerweile von stark steigenden Tendenzen. Der Schutzgedanke für „digital natives“ stößt an seine Grenzen, wenn es um die Kompetenzen und Möglichkeiten geht, Inhalte und Zugangswege im Internet zu kontrollieren und zu regulieren. Sicherlich sind alle Bemühungen willkommen und gehören zu den pädagogischen Standards, wenn regelmäßig die elektronischen Medien, die von Kindern und Jugendlichen genutzt werden (Handy, Smartphones, Tablets, Notebooks, etc.) auf Gewalt und Pornographie hin überprüft werden oder öffentliche Instanzen versuchen, kinder- und jugendschützende Grenzen zu ziehen wie Jugendmedienschutz (-Gesetz) oder freiwillige Selbstkontrollen.

Im pädagogischen Alltag stehen in Bezug auf Sexualität und Recht (haben) Grenzverletzungen im Fokus. Grenzverletzungen sowohl als objektiver Faktor wie auch auf subjektives Erleben. Diese Grenzen sind nicht immer eindeutig erkennbar und werden unterschiedlich/individuell definiert.

Verschiedene sexuelle Orientierungen bedürfen der Erörterung und Erläuterungen. Im Rahmen der jeweiligen individuellen Entwicklung werden Orientierungen im Normbereich akzeptiert und zugelassen. Dazu gehört auch die Beobachtung und Steuerung entsprechender Gruppendynamiken.

Der Klärung von Fragen des (vermeintlichen) Zeitgeistes und der Modernität sexuellen Verhaltens kommt ebenfalls eine besondere Bedeutung zu, wenn es auch um die Manipulationen von Körper/Kleidung/Verhalten als Abgrenzungsmuster zur Normalität geht aber auch Gefährdungsszenarien beschreibt.

 

Ein sexualpädagogisches Konzept für die stationären Hilfen zur Erziehung lässt sich kaum auf ein paar Seiten oder in ein paar wenige Kapitel oder auch nur in einem Buch zusammenfassen. Zu unterschiedlich gestalten sich Themenbereiche in einem Feld der vielfältigen Arrangements der Heimerziehung, biografische Diversifikationen und Auffälligkeiten, kulturelle Unterschiedlichkeiten im Denken und Kommunikation über Sexualität (auch: Medien) und letztlich auch in der Ausbildung und in den Herangehensweisen der Fachkräfte. Gesundheitsförderung- und Prävention, eigene Erfahrungen als Junge oder Mädchen, die Chancen und Risiken einer Peer-Group gehören neben der reinen „Aufklärung“ ebenso zu den relevanten Themen wie sexuelle Orientierungen und Kennenlernen von Partnerschaft. Entsprechende Zusammenfassungen  und Literaturlisten finden sich sowohl themenübergreifend wie auch spezialisierend (siehe u.a.: Quindeau I., Brumlik, M. (Hrsg.), Kindliche Sexualität mit Beiträgen u.a. von Schmidt, G., Burkhardt-Mußmann, C., Schuhrke, B., Sigusch, V., Beltz/Juventa 2012UND BZgA, Forschung und Praxis der Sexualaufklärung und Familienplanung, Band 16,  Sexualpädagogik zwischen Persönlichkeitslernen und Arbeitsfeldorientierung, Köln 1999).

In diesem Rahmen kommt der Fortbildung eine besondere Rolle zu, wenn es um entwicklungspsychologische Fragestellung geht, die die psychosexuelle Entwicklung, gfs. unter Einbezug von Devianz und Delinquenz, beschreiben. Neben entwicklungspsychologischen Sichtweisen sind ebenfalls psychotraumatologische und systemische Blickwinkel erforderlich, um angemessene Interventionen planen, durchsprechen und durchführen zu können.

 

Dr. Rolf Kötterheinrich (2014)

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