Haus Püntje kompakt

  • Aufbau einer tragfähigen Bindung

  • Intensive Zusammenarbeit mit (Herkunfts-)Systemen

  • Befähigung zum Schulbesuch oder einer Berufsausbildung

  • Auflösung/Bearbeitung/Verrin gerung auffälliger Erlebens- und Verhaltensweisen

  • Vermittlung angemessener Verhaltensweisen

  • Festigung und Erweiterung von Ressourcen

  • Erarbeitung eines angemessenen Umgangs mit Belastungssituationen

  • Erarbeitung einer adäquaten Lebensperspektive

Empowerment & Partizipation

SelbstSelbstorganisation in der IFI gGmbH -
eine Einführung

Die IFI organisierte sich 1983 wie so viele Initiativen im psycho-sozialem aber kulturell-alternativ-ökologisch orientierten Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. Initiativ zu sein, signalisiert Aktivität und Präsenz – und auch beides traf und trifft auf die Initiatorinnen und Initiatoren der IFI zu. Eine maßgebliche Einflussnahme darauf nahmen selbstorganisatorische Ansätze: "Alle machen alles und jeder weiß über alles Bescheid“, waren Leitlinien, die nicht nur auf dem Papier standen sondern im Alltag konkret wurden: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisteten sowohl den Betreuungsdienst, organisierten die Öffentlichkeitsarbeit, kooperierten mit allen erforderlichen Institutionen und bildeten die notwendigen Gremienarbeit im gemeinnützigen Verein.

 

Der Vorstand wurde, wie vorgeschrieben, aus dem Mitgliederkreis gewählt, die Mitglieder waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Alle waren Arbeitgeberinnen und Arbeitnehmer in Personalunion. Nicht einfach, aber Alle wussten genau darüber Bescheid, wie sich Entscheidungen über den  Arbeitsalltag im selbigen anfühlen – dort, wo sie umgesetzt werden müssen. Mann und Frau traf sich einmal die Woche zur Teamsitzung und dort wurde alles besprochen und auch dort wurden alle Entscheidungen getroffen – konsensuell!

Das waren die so genannten „guten alten Zeiten“ mit drei Jugendwohngemeinschaften, einer Schutzstelle, einer Wohngemeinschaft für psychisch kranke junge Erwachsene und die eine oder andere Einzelbetreuung. Unter den Prämissen „Transparenz, Empowerment und Partizipation“ hätte es keine bessere Schule für die Beteiligten geben können aber mit stetiger Vergrößerung der Gesamtorganisation wurden auch zunehmend die Nebenwirkungen spürbar. Was nicht so gut war, waren die mitunter (sehr) langen Diskussions- und auch Entscheidungsprozesse – und letztlich führten die Anforderungen der Kooperationspartner und Vermittlungsbehörden zur Weiterentwicklung und Ausdifferenzierung: ohne Aufgabenteilung und Spezialisierung war der eigentliche Unternehmenszweck – die Verwirklichung pädagogischer Konzepte“ kaum noch zu realisieren.  Somit erklärt sich, dass Selbstorganisation ja nicht als Selbstzweck im IFI-Geschehen definiert wird aber sehr wohl als Grundhaltung und in seinen methodischen Ausgestaltungen erhalten blieb und bleibt – quasi in den Genen  der Organisation verknüpft ist.

Sicherlich bleiben in der kontinuierlichen Auseinandersetzung zwischen Aufgabenteilung, Expertentum und Differenziert auf der einen Seite und Selbstorganisation, Selbstbestimmung und Transparenz auf der anderen, die Widersprüche nicht verborgen, wenn beides miteinander verbunden werden soll.

Und so ist auch weiterhin lebendige Auseinandersetzung und manchmal auch Streit nicht zu vermeiden. Die grundsätzlichen Werte bleiben aber erhalten und bleiben unbestritten wenn es darum geht, auch mal Persönliches hinten an zustellen und zum Wohl der Organisation und damit zum Wohl der betreuten Menschen Selbstorganisation und Partizipation zum Leben zu erwecken.

Als die Ansprüche an Partizipation für die zu betreuenden Kinder, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Familien nun „modernisiert“ wurden und standardisiert sowohl in die Leitungsangebote eingearbeitet werden sollten, als auch dann in der Praxis Bestand zeigen mussten, war klar, dass es hier für die IFI nicht um ein Novum ging, sondern Altbekanntes neu aufgelegt wurde und zu vergessen ist dabei ja auch nicht, dass letztlich die größere Freude darin besteht mit den Menschen gemeinsam zu arbeiten und sie in ihren Stärken und Kompetenzen zu erleben als fremdorganisiert und autoritativ den (Jugendhilfe-) Alltag zu leben.

Dr. Rolf Kötterheinrich

IFI Initiative für Intensivpädagogik gGmbH

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