Empowerment & Partizipation

Echt Jugendliche in der Personalauswahl: Echt und souverän

Es kann nun bestätigt werden, dass es eine gute – nein, eine sehr gute – Idee war, Jugendliche in das Personalauswahlverfahren einzubeziehen. Partizipation ist somit nicht nur gedacht, geplant und besprochen, sondern tatsächlich umgesetzt. Und: Nichts von den Befürchtungen ist eingetroffen. Im Gegenteil: Es war eine Win-Win-Situation, findet Rolf Kötterheinrich.

 

Im Mai vergangenen Jahres hatten wir die erste große Runde eines Personalauswahlverfahrens mit Anwesenheit eines Jugendlichen – nennen wir ihn Max. Ausgerechnet Max. Er hat schon viel, sehr viel erlebt in seinem jungen Leben, und niemand, wahrscheinlich er selber auch nicht, hätte noch vor kurzer Zeit damit gerechnet, dass er mit Erfolg an einem solchen Zusammentreffen des Gruppenauswahlverfahrens überhaupt teilhaben kann.

Zugetraut haben ihm das dann aber die Leiterin der Gruppe, wo er untergebracht ist, und seine Therapeutin. Die haben ihn gefragt und auch darauf vorbereitet, sich in einer Gruppe mit etwa 30 Personen zurecht zu finden.

Max hat das bravourös gemeistert. Natürlich war er, als es soweit war, nervös, überhaupt in einer solch großen Runde zu sein, dann auch noch etwas zu sagen, und, im passenden Moment aber auch die Möglichkeit zu haben, seine Betreuerin für sich sprechen zu lassen. Die Interaktionen waren für ihn ebenso neu und spannend wir für die meisten Bewerber auch. Max scheute sich nicht, mit den Bewerbern in Kontakt zu treten und zwar auch so, um hinterher eine klare Meinung zu äußern: Wer aus seiner Sicht den Job haben sollte – und wer auf keinen Fall. Das haben sich die auswählenden Erwachsenen gut angehört und in das mehrdimensionale subjektive Bewertungsschema einfließen lassen.

 

Im August ging es weiter. Wieder waren im Rahmen von Vertretung und Wachstum der IFI gGmbH Stellen zu besetzen, und wieder gab es eine große Runde. Diesmal war Moritz aus einer Schutzeinrichtung dabei. Er war echt und souverän von Anfang an. Klare Statements in der Vorstellung und Mitwirkung bei den Interaktionen. „Voll cool“, würde so manch anderer Jugendlicher sagen. Und wieder wurde er vor der Bewertungsrunde nach seinen Eindrücken befragt, und seine Einschätzungen fanden Gehör.

Beide Jugendlichen bestätigten, dass es eine gute Erfahrung ist, auf diesem Wege einmal Personen, aber auch die dahinterliegende Strukturen, in denen sie arbeiten, kennenzulernen und durchblicken zu können. Einbezogen und gehört zu werden, ist somit als Selbstwirksamkeitserfahrung zu verbuchen ist pädagogisch von hohem Wert.

Damit zeigt sich, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist und wir gespannt sein dürfen auf die weiteren Differenzierungen, die sich auf diesem Wege ergeben werden.           

 

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