Bei den Intensivgruppen handelt es sich um eine stationäre Unterbringungsmöglichkeit für Kinder und Jugendliche, die aufgrund ihrer Problematiken und Verhaltensauffälligkeiten weder in einer Pflegefamilie noch in einer anderen sozialen Einrichtung Aufnahme finden konnten. Häufig sind sie dem Jugendamt aus mehrjähriger Betreuungsarbeit bekannt und werden als “hoffnungslose Fälle” beschrieben. Zurzeit leben in diesen Kleinsteinrichtungen mit sechs bzw. sieben Plätzen Kinder und Jugendliche, die Vorerfahrungen mit diversen Beziehungsabbrüchen und Psychiatrieaufenthalten haben.
Familienähnlicher Rahmen
Aufgenommen werden Jungen und Mädchen jeder Altersgruppe, um einen familienähnlichen Rahmen zu schaffen. Die Kinder werden vom Jugendamt in die Intensivgruppe vermittelt, teilweise auf Empfehlung von anderen Einrichtungen der IFI, einer psychiatrischen Institution o. ä. Die Finanzierung der Einrichtung erfolgt über eine Monatspauschale, die mit dem zuständigen Träger der öffentlichen Jugendhilfe verhandelt und festgelegt wird. Die Unterbringungen erfolgen auf der Grundlage der §§ 27 - 35 KJHG und der §§ 39 und 72 des BSHG.
Zum Betreuungsteam gehören jeweils sieben hauptamtliche Kräfte (Voll- und Teilzeit), die ihre Erfahrung und ihr Wissen um gezielte methodische Vorgehensweisen in die Teamarbeit einfließen lassen, sowie eine Hauswirtschaftskraft.
Wöchentliche MitarbeiterInnen-Besprechungen dienen der Reflexion des pädagogischen Handelns und dem Austausch über die Kinder und Jugendlichen, um so einerseits zu einer umfassenden Sicht zu gelangen und andererseits die Multidisziplinarität der Teams zur Entwicklung adäquater Handlungsstrategien zu nutzen. Außerdem findet regelmäßig Supervision statt.
Zum Schulbesuch befähigen
Teilweise sind die Kinder in Schulklassensysteme nicht integrierbar oder verweigern diese. Daher ist es ein wesentliches Erziehungsziel, sie durch Einzelunterricht oder ähnliche Maßnahmen zum Schulbesuch zu befähigen. Bei den älteren Jugendlichen zielt die Perspektivplanung in Richtung Verselbständigung. Als Möglichkeit bieten sich betreute Ausbildungsformen an, die für den Umgang mit Lern- und Entwicklungsrückständen befähigt sind.
Die intensive Einzelbetreuung und der Aufbau einer Beziehung stehen im Vordergrund der Arbeit mit den Kindern, da diese aufgrund ihrer Verhaltensauffälligkeit in anderen, üblichen Gruppenstrukturen häufig nicht die Zuwendung erfahren konnten, die sie benötigen.
In der Regel sind besonders frühgestörte und entwicklungsverzögerte Kinder betroffen, die auch in lebenspraktischen Bereichen sehr unselbständig sind. Ein geregelter Alltag mit gemeinsamen Mahlzeiten etc. bietet ihnen Halt und Orientierung.
Die emotionale, soziale und intellektuelle Entwicklung soll gefördert und gestärkt werden, wobei die Abgeschiedenheit der Häuser und die reizarme Umgebung als pädagogischer Vorteil genutzt werden kann.
Die Verweildauer in den Intensivgruppen ist nicht begrenzt. Falls eine bleibende Stabilisierung des Kindes gelingt, so dass eine Unterbringung in weiterführende Gruppensysteme möglich ist, kann eine Maßnahme in diesem Rahmen beendet werden.
In der Intensivgruppe Schirum stehen zwei und in der Intensivgruppe Timmel ein Platz für abgestufte Intensivmaßnahmen zur Verfügung, so dass hier eine Reduzierung der Betreuung innerhalb des bestehenden Bezugssystems möglich ist. mehr
Elternkontakte
Elternkontakte finden individuell im Rahmen der Möglichkeiten statt. Auch eine mögliche Rückführung des Kindes in die Herkunftsfamilie kann in Betracht gezogen werden.
Mit dem Jugendamt besteht generell eine gute Zusammenarbeit. Wichtig sind auch die Kontakte zu Ärzten, Schulen, Vereinen etc. Externe ambulante Therapieangebote werden genutzt.
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Intensivgruppen

Intensivgruppe Mühlenhof (Hilgenriedersiel)
Wohngruppe für Kinder und Jugendliche mit Postraumatischen Belastungsstörungen Klein Scharrel

